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Außerklinische Intensivpflege: das müssen Sie jetzt wissen!

ausserklinische intensivpflege

Wir leben in einer Zeit, in der die medizinische Versorgung ständig Fortschritte macht und dadurch das Leben vieler Menschen verlängert und deren Lebensqualität verbessert wird. Doch mit diesen Fortschritten kommen neue Herausforderungen und Bedürfnisse – insbesondere für jene, die intensive Pflege benötigen, aber nicht mehr im Krankenhaus bleiben müssen oder wollen. Hier bietet die außerklinische Intensivpflege eine lebensverändernde Lösung.

Die außerklinische Intensivpflege ist ein wesentlicher Bestandteil der modernen Gesundheitsversorgung. Sie bietet eine individuelle und professionelle Pflege für Personen, die außerhalb des Krankenhauses intensive medizinische Betreuung benötigen. Dieser Tipp informiert über alles Wichtige, was Sie über die außerklinische Intensivpflege wissen müssen, inklusive der jüngsten Gesetzesänderungen, der Kinderintensivpflege und den Möglichkeiten der Pflege in Wohngemeinschaften.


Was ist Außerklinische Intensivpflege?

Die außerklinische Intensivpflege ist ein entscheidender und zugleich sensibler Bereich des Gesundheitswesens, der eine spezialisierte Pflege für Patienten außerhalb des Krankenhausumfelds bereitstellt. Diese Form der Pflege ist für Menschen gedacht, die zwar eine intensive medizinische Betreuung benötigen, jedoch nicht mehr zwingend in einem Krankenhaus untergebracht werden müssen. Sie ermöglicht es Patienten, in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben, sei es im eigenen Zuhause, in speziell dafür vorgesehenen Wohngemeinschaften oder in anderen außerklinischen Einrichtungen.

Die außerklinische Intensivpflege ist ein dynamisches Feld, das sich ständig weiterentwickelt, um den sich ändernden Bedürfnissen der Patienten gerecht zu werden und die neuesten medizinischen Erkenntnisse und Technologien zu integrieren. Sie spielt eine entscheidende Rolle dabei, den Patienten ein Höchstmaß an Lebensqualität zu ermöglichen, während sie gleichzeitig komplexe medizinische Versorgung erhalten.

Für wen kommt die außerklinische Intensivpflege in Frage?

Patienten, die außerklinische Intensivpflege in Anspruch nehmen, haben oft komplexe und langfristige medizinische Bedürfnisse. Dazu gehören zum Beispiel Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen, schweren neurologischen Zuständen, nach umfangreichen Operationen oder solche, die langfristige Beatmung benötigen. Die Versorgung umfasst eine Vielzahl von Dienstleistungen wie Beatmungsmanagement, Wundversorgung, Medikamentenmanagement und Überwachung der Vitalfunktionen.

Vorteile der außerklinischen Intensivpflege

Ein wesentlicher Vorteil der außerklinischen Intensivpflege liegt in der persönlicheren und individuelleren Betreuung, die in der familiären Umgebung stattfindet. Dies fördert nicht nur die physische Gesundheit der Patienten, sondern hat auch positive Auswirkungen auf ihr emotionales Wohlbefinden. Der Aufenthalt in vertrauter Umgebung kann helfen, das Gefühl der Isolation zu verringern und unterstützt die Aufrechterhaltung sozialer Kontakte.

Wer führt die außerklinische Intensivpflege durch?

Das Pflegeteam, das in der außerklinischen Intensivpflege arbeitet, besteht in der Regel aus speziell geschulten Pflegekräften, Therapeuten und gegebenenfalls Ärzten, die eng zusammenarbeiten, um einen umfassenden und koordinierten Pflegeplan zu erstellen und umzusetzen. Diese Teams sind darauf trainiert, nicht nur die medizinischen Bedürfnisse zu adressieren, sondern auch auf die emotionale und soziale Unterstützung der Patienten und ihrer Familien zu achten.

 

Neues Gesetz zur Außerklinischen Intensivpflege

In Deutschland hat die gesetzliche Lage zur außerklinischen Intensivpflege in den letzten Jahren bedeutende Veränderungen erfahren, um die Qualität der Pflege zu verbessern und die Rechte der Patienten zu stärken. Das im Jahr 2020 in Kraft getretene Gesetz zur Stärkung von Intensivpflege und Rehabilitation hat hierbei eine zentrale Rolle gespielt.

Dieses Gesetz, bekannt als das "Gesetz zur Stärkung der Intensivpflege und Rehabilitation in der häuslichen Umgebung (GKV-IPReG)", zielt darauf ab, die Versorgung von intensivpflegebedürftigen Menschen in der häuslichen Umgebung zu verbessern. Es stellt sicher, dass die intensivpflegebedürftigen Personen eine Wahlmöglichkeit haben, wo und wie sie gepflegt werden möchten – sei es zu Hause, in spezialisierten Wohngemeinschaften oder in stationären Einrichtungen.

Ein wichtiger Aspekt des Gesetzes ist die verstärkte Kontrolle und Überwachung der Pflegedienstleister. Pflegedienste, die außerklinische Intensivpflege anbieten, müssen nun strengere Qualitätsstandards erfüllen. Dazu gehören die Qualifikation des Pflegepersonals, die Sicherstellung einer angemessenen Pflege und die regelmäßige Überprüfung der Pflegequalität. Ziel ist es, eine hohe Qualität der Pflege zu gewährleisten und gleichzeitig die Patientensicherheit zu erhöhen. Des Weiteren verlangt das Gesetz, dass Pflegedienstleister und die Krankenkassen individuellere und bedarfsgerechtere Versorgungsverträge abschließen. Diese Verträge sollen sicherstellen, dass jeder Patient eine auf seine spezifischen Bedürfnisse zugeschnittene Pflege erhält.

Es ist auch zu beachten, dass das Gesetz die Rechte der Patienten stärkt, insbesondere im Hinblick auf die Entscheidungsfreiheit und Selbstbestimmung. Patienten und ihre Familien erhalten mehr Mitspracherecht bei der Gestaltung der Pflege und der Wahl des Pflegedienstes.

 

Außerklinische Kinderintensivpflege

Die außerklinische Kinderintensivpflege stellt eine spezielle und herausfordernde Form der Gesundheitsversorgung dar, die sich in mehreren Aspekten von der Intensivpflege für Erwachsene unterscheidet. Diese Besonderheiten erfordern nicht nur ein hohes Maß an Fachwissen und Erfahrung, sondern auch eine besondere Sensibilität und Einfühlungsvermögen.

Besonderheiten der außerklinischen Kinderintensivpflege

Individuelle Bedürfnisse und Entwicklungsphasen

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ihre körperlichen, emotionalen und entwicklungsbedingten Bedürfnisse unterscheiden sich deutlich von denen Erwachsener. Die außerklinische Kinderintensivpflege berücksichtigt diese Unterschiede, indem sie individuelle Pflegepläne erstellt, die auf das Alter, die Entwicklungsphase und die spezifischen Bedürfnisse des Kindes abgestimmt sind.

Einbeziehung der Familie

Die Einbindung der Familie in die Pflege ist bei Kindern von entscheidender Bedeutung. Eltern und Geschwister spielen eine zentrale Rolle im Leben des Kindes und sollten daher aktiv in den Pflegeprozess eingebunden werden. Dies stärkt die familiären Bindungen und unterstützt das emotionale Wohlbefinden des Kindes.

Spiel und Entwicklungsförderung

Auch in der Intensivpflege ist es wichtig, dass Kinder spielen, lernen und sich entwickeln können. Pflegekräfte in der Kinderintensivpflege sind daher oft darauf geschult, entwicklungsfördernde Aktivitäten und Spiel in den Alltag zu integrieren, um die kognitive, motorische und emotionale Entwicklung des Kindes zu fördern.

Spezialisiertes Pflegepersonal

Die Pflege intensivpflegebedürftiger Kinder erfordert spezialisiertes Personal, das nicht nur in der medizinischen Versorgung, sondern auch in pädiatrischer Pflege ausgebildet ist. Dazu gehören Kenntnisse in pädiatrischer Ernährung, Atmungstherapie, Schmerzmanagement und psychologischer Betreuung.

Koordination mit anderen Fachbereichen

Die außerklinische Kinderintensivpflege erfordert eine enge Zusammenarbeit mit einem multidisziplinären Team, das oft Spezialisten aus verschiedenen medizinischen Disziplinen, wie Kinderärzte, Therapeuten und Sozialarbeiter, umfasst. Diese Zusammenarbeit ist entscheidend, um eine ganzheitliche Betreuung zu gewährleisten.

Emotionaler Support und Krisenmanagement

Neben der physischen Versorgung ist der emotionale Support für das Kind und seine Familie von hoher Bedeutung. Pflegekräfte müssen in der Lage sein, emotionale Unterstützung zu leisten und in Krisensituationen professionell zu agieren.

Durch diese spezialisierte und ganzheitliche Herangehensweise trägt die außerklinische Kinderintensivpflege wesentlich dazu bei, dass kranke Kinder trotz ihrer Erkrankung oder Behinderung ein möglichst normales und erfülltes Leben führen können.

 

Außerklinische Intensivpflege in Wohngemeinschaften (WG)

Die außerklinische Intensivpflege in Wohngemeinschaften stellt eine innovative und zunehmend beliebte Alternative zur traditionellen häuslichen Pflege oder stationären Unterbringung in Pflegeheimen dar. Diese Form der Pflege bietet einzigartige Vorteile und Besonderheiten, die sie besonders attraktiv für bestimmte Patientengruppen macht.

Besonderheiten der außerklinischen Intensivpflege in WGs

Gemeinschaftliches Umfeld

Eine der hervorstechendsten Besonderheiten ist das gemeinschaftliche Wohnen. In einer Wohngemeinschaft (WG) leben mehrere intensivpflegebedürftige Personen zusammen, was den sozialen Austausch und das Gefühl der Zugehörigkeit fördert. Dieses Umfeld kann das Gefühl von Isolation und Einsamkeit, das oft mit schweren Krankheiten einhergeht, erheblich reduzieren.

Rund-um-die-Uhr-Betreuung

In einer WG für außerklinische Intensivpflege ist professionelles Pflegepersonal ständig vor Ort, um eine kontinuierliche und umfassende Betreuung zu gewährleisten. Dies bietet den Bewohnern ein hohes Maß an Sicherheit und gewährleistet, dass medizinische Notwendigkeiten jederzeit adressiert werden können.

Individualisierte Pflege in einem strukturierten Rahmen

Während die Pflege in einer WG auf die individuellen Bedürfnisse jedes Bewohners zugeschnitten ist, bietet das WG-Modell auch eine strukturierte Umgebung. Dies kann besonders für Patienten vorteilhaft sein, die eine regelmäßige Routine und eine stabilisierende Struktur in ihrem Alltag benötigen.

Förderung der Selbstständigkeit

In einer WG haben die Bewohner oft die Möglichkeit, so selbstständig wie möglich zu leben. Sie können an der Gestaltung des gemeinsamen Lebensraums teilhaben und, soweit es ihre Gesundheit erlaubt, Alltagsaktivitäten und Entscheidungen selbst treffen. Dies stärkt das Selbstwertgefühl und fördert die Eigeninitiative.

Kosten-Effizienz

Die gemeinsame Unterbringung und Versorgung in WGs kann in einigen Fällen kosteneffizienter sein als individuelle häusliche Pflegearrangements. Durch die Aufteilung der Ressourcen und Personal können Kosten gespart werden, ohne dass die Qualität der Pflege beeinträchtigt wird.

Angehörigenentlastung

Die Entscheidung für eine WG kann auch für Angehörige entlastend sein. Während die liebevolle Betreuung durch Familienmitglieder unbezahlbar ist, kann die professionelle Pflege in einer WG Angehörige von der physischen und emotionalen Last der Rund-um-die-Uhr-Pflege befreien.


TIPP
Pflegende Angehörige haben oft eine hohe Verantwortung und in Folge dessen auch eine hohe Belastung. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Hilfen (finanzielle Hilfen, Beratungen & Kurse sowie weitere Angebote), um zu entlasten. Erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten zur Entlastung für pflegende Angehörige.


Insgesamt bieten Wohngemeinschaften für außerklinische Intensivpflege eine wertvolle Alternative, die sowohl den sozialen als auch den medizinischen Bedürfnissen der Patienten gerecht wird. Sie repräsentieren ein Modell, das individuelle Fürsorge mit den Vorteilen eines gemeinschaftlichen Lebens verbindet.

 

Außerklinische Intensivpflege-Kosten

Die Kosten der außerklinischen Intensivpflege sind ein wichtiger Aspekt, der bei der Planung und Entscheidungsfindung für Patienten und deren Familien eine zentrale Rolle spielt. Diese Kosten können je nach dem Umfang und der Art der benötigten Pflegeleistungen variieren und werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst:

  • Umfang der Pflege: Die Kosten hängen wesentlich vom individuellen Pflegebedarf ab. Patienten, die eine 24-Stunden-Betreuung benötigen, verursachen beispielsweise höhere Kosten als solche, die nur tagsüber oder für einige Stunden Unterstützung benötigen.
  • Qualifikation des Pflegepersonals: Spezialisierte Pflegekräfte, wie etwa für Beatmungspatienten, sind oft teurer als allgemeines Pflegepersonal. Die Kosten reflektieren die höhere Qualifikation und Erfahrung, die für die Versorgung von Intensivpflegepatienten erforderlich ist.
  • Zusätzliche Dienstleistungen: Kosten können auch durch zusätzliche Dienstleistungen, wie Physiotherapie, Ergotherapie oder spezielle medizinische Ausrüstung, entstehen.
  • Wohnform: Die Wahl der Wohnform hat ebenfalls Einfluss auf die Kosten. Die Unterbringung in einer spezialisierten Wohngemeinschaft kann anders bepreist sein als die Pflege im eigenen Zuhause.
  • Regionale Unterschiede: Die Kosten für die außerklinische Intensivpflege können regional variieren, bedingt durch unterschiedliche Lohnniveaus und Lebenshaltungskosten.

In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen einen definierten Anteil der Pflegekosten. Der Umfang der Kostenübernahme hängt dabei von der individuelle Pflegestufe ab. Häufig können aber nicht alle Kosten aus der gesetzlichen Versicherung gedeckt werden, wodurch private Mittel aufgewendet werden müssen. Um diesem Fall vorzubeugen, empfiehlt sich eine zusätzliche private Pflegeversicherung.


Die außerklinische Intenisvpflege als Zukunftsmodell

Die außerklinische Intensivpflege bietet eine lebenswichtige Dienstleistung für diejenigen, die intensive medizinische Betreuung benötigen. Durch die neuen gesetzlichen Änderungen, die speziellen Angebote für Kinder und die Möglichkeit der Pflege in Wohngemeinschaften eröffnen sich neue Wege, um eine qualitativ hochwertige Pflege außerhalb von Pflegeheimen zu gewährleisten. Dennoch ist eine sorgfältige Planung hinsichtlich der Kosten unerlässlich.

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